„Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen,
dass Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern
unter Zwang, dass man, um produzieren zu können, die Genehmigung von
Leuten braucht, die nichts produzieren, dass das Geld denen zufließt,
die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass
Menschen durch Korruption und Beziehungen reich werden, nicht durch
Arbeit, dass die Gesetze Sie nicht vor diesen Leuten schützen, sondern
diese Leute vor Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft
wird, dann wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.“
Anlässlich der Festveranstaltung "60 Jahre Soziale Marktwirtschaft" am 12. Juni 2008 in Berlin hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eine bemerkenswerte Rede gehalten, die hier im Wortlaut dokumentiert wird.
"Sehr geehrter Herr Minister Glos, lieber Michael,lieber Herr Steinbrück,liebe Annette Schavan,Herr Professor Tietmeyer,verehrte Gäste, Kollegen aus dem Deutschen Bundestag, meine Damen und Herren,
in diesem Monat jährt sich einer der großen Jahrestage unseres
Landes. Wir feiern eine der wirkungsmächtigsten positiven Zäsuren, die
unser Land erlebt hat. Vor 60 Jahren erhielt die Freiheit in unserem
Land ihre wirtschaftliche Grundlage.
Franz Josef Strauß hat es schon vor Jahrzehnten
gewusst: Konservativ sein heißt, an der Spitze des Fortschritts zu
marschieren! Das mag zunächst paradox klingen, aber auf der anderen
Seite beweisen die Peiner Sozialdemokraten derzeit, dass sie jedenfalls
nicht auf der Höhe der Zeit sind.
Es wird eine Panik verbreitet, dass man meinen könnte, der Untergang
des Abendlandes stünde bevor: Jugendliche fürchten um
ihren Nebenjob, die SPD sammelt Unterschriften und warnt vor
"fatalen Folgen" für die heimische Wirtschaft. Was ist passiert? Wird
das Stahlwerk geschlossen? Wandert die Härke-Brauerei ab nach China?
...
Was Anis Ben-Rhouma in seinem Leserbrief in der PAZ vom 16. August zum
Thema Studiengebühren schreibt, kann nicht unwidersprochen bleiben.
Hochschulabsolventen sind nach ihrem Studium zu ca. 3% von
Arbeitslosigkeit betroffen, während der Durchschnittswert in
Deutschland immer noch drei Mal so hoch liegt. Zudem verdienen Sie auch
erheblich mehr als andere Arbeitnehmer. Deshalb ist es durchaus
gerecht, dass Studenten neuerdings selbst einen kleinen Beitrag zu
ihren Ausbildungskosten tragen müssen.