| Maschinenstürmer: Mit der Peiner SPD zurück ins 19. Jahrhundert |
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| Dienstag, 25. September 2007 | |
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Franz Josef Strauß hat es schon vor Jahrzehnten
gewusst: Konservativ sein heißt, an der Spitze des Fortschritts zu
marschieren! Das mag zunächst paradox klingen, aber auf der anderen
Seite beweisen die Peiner Sozialdemokraten derzeit, dass sie jedenfalls
nicht auf der Höhe der Zeit sind.
Es wird eine Panik verbreitet, dass man meinen könnte, der Untergang des Abendlandes stünde bevor: Jugendliche fürchten um ihren Nebenjob, die SPD sammelt Unterschriften und warnt vor "fatalen Folgen" für die heimische Wirtschaft. Was ist passiert? Wird das Stahlwerk geschlossen? Wandert die Härke-Brauerei ab nach China? ...
Nein, es sind bloß die Planungen für einen neuen Getränkemarkt mit
vollautomatischer Kistenausgabe, der den Genossen nicht passt. Die fragwürdige Logik dahinter ist die: Wenn wegen eingesparter
Lohnkosten irgendwo in Peine das Bier 30 Cent weniger kostet, kaufen
sofort alle Peiner nur noch dort ein und innerhalb kürzester Zeit
können Duzende "normaler" Getränkemärkte in der Stadt dicht machen.
Eine Welle zusätzlicher Arbeitsloser würde Peine überfluten und
überhaupt müssten jeder zweite Rentner verdursten, weil - wie Judith
Helmer vermutet - der Automat für diese "bestimmt schwer zu bedienen"
sei.
Die Realität sieht anders aus: Ein innovativer Unternehmer hat eine Erfindung gemacht, mit der er Getränkekisten etwas kostengünstiger als seine Wettbewerber an den Mann oder die Frau bringen kann, weil er den Verkäufer einsparen kann. Der "Preis" dafür ist, dass der Kunde es bei ihm mit einer Maschine statt mit einem Menschen zu tun hat. Manche Kunden wird das nicht gefallen; sie werden weiter beim Getränkemarkt um die Ecke einkaufen. Andere freuen sich über den (vermutlich) etwas günstigeren Preis und die 24-Stunden-Verfügbarkeit und werden das Angebot nutzen. Am Ende ist der Markt ein Stück weit bunter und vielseitiger geworden und der Kunde hat die freie Wahl - so wie es sein soll. Am meisten muss ich mich aber über (den eigentlich sehr geschätzten) Anis Ben Rhouma von der SPD wundern. Ich kann nicht glauben, dass jemand, der an einer deutschen Universität erfolgreich Volkswirtschaftslehre studiert hat, eine Position vertritt, die Wettbewerb und Innovation verteufelt. Aber vermutlich geht es den Maschinenstürmern unserer Zeit ohnehin nur darum, mit derart billigem Populismus eine "Kampagne" loszutreten, mit der sie sich gegenüber der neuen Konkurrenz von (ganz) links profilieren können... Trackback(0)
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